Wissenserwerb
Der Funktionsbereich Wissenserwerb umfasst die bewusste Beschäftigung mit Lernaufgaben. Diese Aufgaben liegen in der „Zone der nächsten Entwicklung“, führen Neues ein, erschließen Zusammenhänge und ermöglichen einen Strategieaufbau. Modalitäten sind u.a. die Schaffung von Orientierungsgrundlagen, die Anwendung von Operationen des Vergleichens und Schlussfolgerns sowie das Erlernen metakognitiver Strategien. Es geht um Indikatoren der Lehr‑Lern‑Interaktion, nicht um feste Merkmale des Kindes.
Indikatoren können durch folgende Fragestellungen erarbeitet werden (Beispiele):
- Richtet das Kind die Aufmerksamkeit auf Aufgabenstellung und fachliche Kerninformationen? Hält es den Fokus lange genug, um Inhalte aufzunehmen, und blendet Nebensächliches aus? Wechselt es die Aufmerksamkeit gezielt (z. B. Text → Grafik → Text)?
- Wählt das Kind geeignete Materialien/Tools? Nutzt es hilfreiche Schrittfolgen oder Scaffolds (Merkkarten, Stützfragen)? Fordert es passgenaue Hilfe an und setzt sie selbstständig um?
- Erkennt das Kind, was genau gefordert ist (Fragestellung, Ergebnis, Bewertungskriterien)? Prüft es während der Arbeit, ob sein Vorgehen noch zur Frage passt? Vermeidet es Nebenwege, die nicht zur Lösung beitragen?
- Plant das Kind die Bearbeitung in sinnvollen Schritten („erst …, dann …“, Skizze, Plan)? Setzt es kognitive Verfahren gezielt ein? Begründet es notwendige Strategie- oder Schrittwechsel? Stoppt es kurz, wenn etwas unklar ist, und fragt oder schaut auf das Beispiel, statt planlos weiterzumachen?
| Komponenten |
|---|
| (W1) Fähigkeiten zur Aufmerksamkeitsregulation |
| (W2) Individuell passende Arbeitsmittel, Schrittfolgen, Lernhilfen |
| (W3) Informationsverarbeitung bei Anleitungen |
| (W4) Orientierung an der Aufgabenstellung |
| (W5) Handlungsaufbau (schrittweises Vorgehen) |
| (W6) Selbstkontrolle (Ergebnisse, Zwischenergebnisse) |
| (W7) Lernstrategien und Lerntechniken |
| (W8) Organisation komplexer Aufgaben, z.B. Wochenplan, Projekte |